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Inhalte als Vektoren aus PDF-Dateien ausschneiden
Man kennt das Problem: komprimierte Grafiken sehen auch bei hoher Auflösung nicht immer schön aus und spätestens, wenn man hineinzoomt geht der Pixelmatsch los. Viel praktischer sind hier Vektorgrafiken, die sich beliebig Skalieren lassen und keine Bildinformationen verlieren.
In diesem Artikel möchte ich erklären, wie man Inhalte aus PDF-Dateien extrahieren kann und dabei die Vektoreigenschaften erhält. Oftmals macht man simple Screenshots und arbeitet damit weiter. Dadurch gehen besagte Vektoreigenschaften verloren und man ist wieder beim Pixelmatsch angekommen.
Was also tun?
Die Lösung ist viel einfacher als man denkt und die benötigten Tools sind kostenlos!
- Adobe Acrobat Reader
- ein PDF-Drucker (z.B. PDFCreator)
- Paint (optional, dazu später mehr)
Man öffnet also die Quell-PDF mit dem Acrobat Reader und scrollt zu der Stelle, die man ausschneiden möchte.
Unter “Bearbeiten” -> “Schnappschuss erstellen” findet man das wichtige Auswahl-Tool. Also zieht man eine Markierung um den auszuschneidenden Inhalt. Dabei wird der Inhalt in die Zwischenablage kopiert, was gleich noch wichtig wird.

Nun öffnet man den Druckdialog (Strg + P) und wählt den PDF-Drucker als Drucker aus. Unter “Druckbereich” sollte ein Häkchen bei “ausgewählte Grafik” gesetzt sein und unter den “Seiteneinstellungen” muss noch die Seitengröße eingestellt werden: “Anpassen der Seitengröße” -> “In Druckbereich anpassen”.
Es fehlt noch ein Klick auf die Schaltfläche “Seite einrichten…”, um dort die Ausrichtung “Querformat” auszuwählen (rückgängig machen, sollte das Endergebnis auf die Seite gedreht sein!).

Das reicht dann eigentlich schon fast und mit einem Klick auf “OK” speichert man den ausgewählten Inhalt als ein neues PDF-Dokument ab.
Ein Problem gibt es aber und man sieht es im Vorschaufenster auch schon: Die Proportion des ausgewählten Inhalts (Breite:Höhe) stimmt oftmals nicht mit dem normalen DIN A4-Format überein, weshalb es zu unschönen Rändern kommt.
Jetzt kommt Paint ins Spiel. Man öffnet Paint und zieht den Skalierungspunkt unten rechts nach oben Links, sodass die Leinwand von Paint definitiv kleiner ist, als der ausgewählte Inhalt. Selbigen fügt man anschließend ein (Strg + v) und die Leinwand vergrößert sich automatisch auf die Bildgröße. In der Statusleiste (ganz unten) kann man jetzt die Abmessung des ausgewählten Inhaltes sehen (Breite x Höhe) und genau dafür haben wir Paint gebraucht.

Theoretisch (bzw. eher praktisch) könnte man das Seitenverhältnis auch mit einem Lineal auf dem Monitor bestimmen ![]()
Bevor man das neue PDF-Dokument druckt, klickt man auf die Schaltfläche “Eigenschaften” (des Druckers) im Druckdialog und dort wiederum auf “Erweitert..”. Als Papiergröße kann man hier die zuvor bestimmte Abmessung eingeben. Statt “DIN A4″ nimmt man also “PostScript Custom Page”, klickt auf die nebenstehende Schaltfläche und trägt im Popup-Fenster die Abmessungen ein (gemessene Pixel aus Paint kann man quasi direkt als Millimeterangabe eintragen).

Die ganzen kleinen Fenster mit “OK” schließen und im Vorschaufenster sieht man schon, dass das Dokument sich an das Seitenverhältnis angepasst hat.

Jetzt druckt man endlich das neue PDF-Dokument und hat also den ausgewählten Inhalt aus dem Quell-PDF extrahiert und in einer separaten Datei vorliegen. Diese lässt sich dann z.B. prima in LaTeX einbinden. Besonders toll: sogar Textabschnitte bleiben dadurch erhalten (Markieren & Kopieren möglich, sofern es in der Quell-PDF funktionierte)!
Achtung: Nicht alle Inhalte in PDF-Dateien sind auch wirklich Vektoren! Da nützt die geschilderte Methode natürlich auch nichts. Bei geschützten PDF-Dateien kann es ebenfalls Probleme geben!